Felsendom, Jerusalem

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Felsendom

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Der Felsendom im Sinne von Felsenkuppel قبة الصخرة ist der älteste islamische Sakralbau. Er befindet sich südöstlich der Altstadt von Jerusalem auf dem Tempelberg 10 الحرم الشريف

Er wurde als Schrein für den Felsen (Sachra), auf welchem Abraham seinen Sohn der Legende nach zu opfern bereit war, und als Andenken an die Himmelfahrt Muhammads, die hier von eben jenem Felsen aus stattgefunden haben soll, erbaut.
Der Grundriss bildet ein Achteck (Oktogon), das in einen Kreis mit knapp 55 Meter Durchmesser eingepasst ist. Der Durchmesser des Innenkreises ist 20,37 Meter.
Die Kuppel ist mit Blattgold beschichtet.Die Goldbeschichtung wurde 1993 erneuert.

Der Felsendom ist keine Moschee sondern ein Schrein. In der Nähe, ebenfalls auf dem Tempelberg 10, befindet sich die al-Aqsa-Moschee, die später errichtet wurde.

Der Felsendom ist gleichzeitig das älteste Zeugnis islamischer Architektur der Welt, sowie hervorragendes Beispiel des frühen Umayyadenstils der Islamischen Kunst. Er ist ein bekanntes Wahrzeichen von Jerusalem, der dritten der heiligen Städte des Islam nach Mekka und Medina.

Baugeschichte

Die Erbauung des Felsendoms wird in der neueren Forschung dem Kalifen Abd al-Malik ibn Marwan (regiert zwischen 685-705)zugeschrieben, dessen Sohn und Nachfolger al-Walid I. ibn Abd al-Malik (regiert zwischen 705-715 ) den Bau der al-Aqsa-Moschee begonnen haben soll. Einige Forscher sind der Ansicht, dass Abd al-Malik das Gebäude errichtet hat, um den Sieg der Araber über Byzanz und Persien zu feiern und den Triumph des Islam über Judentum und Christentum zu demonstrieren. Anderen Ansichten zufolge war es bereits der Dynastiegründer Mu'awiya (regiert zwischen 661-680), der als erster den Bau des Felsendoms in Angriff nahm. Den Beginn der Bauarbeiten verbinden andere mit dem Namen von Kaiser Herakleios (regiert zwischen 610-641); der Bau sei mit der Rückführung der von den Persern im Jahre 614 geraubten Kreuzesreliquie in Verbindung zu bringen. Der gallische Bischof Arkulf, der im letzten Viertel des 7. Jahrhunderts Palästina bereist hatte, berichtet im Jahre 679 - also noch während des Kalifats von Mu'awiya - über eine Moschee auf dem Tempelberg 10 und beschreibt sie als einen über Trümmerresten mit dicken Balken und Brettern errichteten Bau. Ob es sich in dieser Beschreibung, die erst Adomnan, der Verfasser des Liber de locis sanctis, schriftlich niedergelegt hatte, in der Tat um einen Vorgänger des Felsendoms handelt, ist unklar.

Sakrale Inschriften

Die Baudaten ergeben sich aus Inschriften, Papryusurkunden und den Berichten arabischer Historiographen; die Fertigstellung des Felsendoms ist mit der auf das muslimische Jahr 72 (691-692) datierten Bauinschrift eindeutig belegt.Als "Bauherr" nennt sich an dieser Stelle allerdings der Abbaside al-Ma'mun, der es offenbar übersehen hat, bei der Tilgung des Namen Abd al-Malik auch das ursprüngliche Baudatum abzuändern.Diese Bauinschrift ist aus einer Reihe von Koranzitaten - auch in paraphrasierter Form - zusammengesetzt. Auf der Außenseite des inneren Oktogons beginnen die Abschnitte mit der Basmala nebst Glaubensbekenntnis. Auf der Innenseite des inneren Oktogons steht dann die Fortsetzung: Basmala, Glaubensbekenntnis, in der aber als Zusatz die christliche Lehre von der göttlichen Natur Jesu durch Koranverse (Sure 4, Vers 171-172, durch die Paraphrase von Sure 19, Vers 33 und durch Sure 3, Vers 18-20)zurückgewiesen wird. Weiter heißt es:

:::Er (Gott) hat die Herrschaft über Himmel und Erde. Er macht lebendig und läßt sterben und hat zu allem Macht. Sure 57, Vers 2

gefolgt von einer Aussage über Jesus - als Paraphrase von Sure 19,33: Heil sei über ihn am Tage, da er geboren wurde, am Tage, da er stirbt und am Tage, da er wieder zum Leben erweckt wird.

Die Innendekorationen des Felsendoms sind Darstellungen des Paradieses; sowohl diese als auch die Inschriften erklärt die zeitgenössische Forschung mit dem ursprünglichen Vorhaben des Bauherrn Abd al-Malik: der Bau hat von Anfang an religiöse Bedeutung, die der antichristlichen Polemik nicht entbehrt.Im inneren Teil des Oktogons, dem heiligen Fels gegenüber steht eine Passage aus der Sure4, Vers 171:

:::Christus (al-masih) Jesus, der Sohn der Maria, ist nur der Gesandte Gottes und sein Wort, das er der Maria entboten hat...

Der Kettendom

Der sog. Kettendom قبة السلسلة steht in unmittelbarer Nähe an der südost-Seite des Felsendoms.Das Baudatum ist genauso wenig bekannt wie die ursprüngliche Funktion des Baus selbst.Aber schon der andalusische Geschichtsschreiber und Jurist Abd al-Malik b. Habib (gest.852) erwähnt, dass der Kettendom vom Kalifen Abd al-Malik errichtet wurde; somit muss die kleine Anlage um seine Zeit, als er den islamischen bereiste,bereits vorhanden gewesen sein.Spätere muslimische Autoren und Geographen wie der Andalusier Ibn Abd Rabbihi und der Perser Nasir-i Khosro knüpfen bei der Beschreibung der Funktion dieses kleinen Baus an die biblische Tradition an;in der Zeit der Kinder Israels hingen hier die Ketten herab,wo Recht gesprochen wurde. Es war David, der die Ketten aufgehängt hatte, die nur rechtschaffene Menschen mit den Händen fassen konnten.Der arabische Geograph al-Idrisi, der sich während der Kreuzzüge im Jahre 1154 in Jerusalem aufhielt, beschreibt die Stelle als "das heilige unter den heiligen (Stätten)". Anderen Berichten zufolge stand hier angeblich die Schatzkammer (bait al-mal). Archäologische Untersuchungen ergaben, dass die Fundamente des Kettendoms in der Höhe des Felsendoms liegen und die Säulensockel mit denen des Felsendoms identisch sind. Der Bau war - wie es Nasir-i Khosro ausdrücklich erwähnt - zu keinem Zeitpunkt mit einer Mauer umgeben; vielmehr stand dort eine Kanzel (mihrab), die in der Achse auf die Kanzel der gegenüberliegenden al-Aqsa-Moschee ausgerichtet war.

Der Felsendom ist seit seinem Bau nicht wesentlich verändert worden, allerdings stammt die Verkleidung der Fassade mit den charakteristischen blauen Fliesen aus der Zeit des osmanischen Sultans Suleimans des Prächtigen. Nur die Verkleidung des Sockels mit verschiedenfarbigem Marmor stammt aus der Errichtungsphase.

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